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Bericht von der Seminarwoche „Das Auge im Fokus“ in Höchenschwand / Fachkliniken Sonnenhof vom 10. – 17.Juli 2026

Seminarwoche „Das Auge im Fokus“ in Höchenschwand / Fachkliniken Sonnenhof – Wissen,
Gemeinschaft und Lebensfreude vom 10. – 17.Juli 2026 –  ein Bericht

Unter dem Motto „Das Auge im Fokus“ verbrachten 21 Teilnehmende eine abwechslungsreiche und
informative Seminarwoche in Höchenschwand im Schwarzwald. Die Gruppe setzte sich aus 14
sehbehinderten und blinden Menschen sowie 7 sehenden Begleitpersonen zusammen. Gemeinsam
erlebten sie eine Woche voller Fachwissen, praktischer Erfahrungen und vor allem eines ganz
besonderen Miteinanders.

An den Vormittagen standen verschiedene Fachvorträge auf dem Programm. Ein besonderes
Highlight war der Besuch von Dr. Fink, Augenarzt aus Mannheim. Er erklärte den Teilnehmenden
anschaulich den Aufbau des menschlichen Auges, ging ausführlich auf die Augenerkrankung Uveitis
ein und erläuterte die aktuelle Versorgungssituation von Betroffenen in Deutschland. Die zahlreichen
Fragen der Teilnehmenden zeigten, wie groß das Interesse an diesem Thema war.

Als weitere Referentin konnten wir Prof. Marion Huber begrüßen. Mit einer sehr persönlichen
Geschichte über ihren eigenen „Horst“ machte sie deutlich, wie wichtig Selbstfürsorge im Alltag ist.
Mit viel Humor und Einfühlungsvermögen regte sie die Teilnehmenden dazu an, achtsam mit sich
selbst umzugehen und die eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen zu verlieren.

Prof. Huber unterstützte außerdem zwei weitere Programmpunkte. Gemeinsam mit Kerstin Stettner
und Uta Willms begleitete sie eine Sinneswanderung, bei der die Teilnehmenden die Bedeutung von
Leitlinien im öffentlichen Raum sowie den sicheren Umgang mit dem Blindenlangstock praktisch
kennenlernen konnten.

Ein weiterer Höhepunkt war die tiergestützte Begegnung für Menschen mit chronischen
Erkrankungen. Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, Pferde zu streicheln, zu führen und bei
einer Kutschfahrt die besondere Verbindung zwischen Mensch und Tier zu erleben. Für einige wurde
sogar ein kleiner Traum wahr, als sie die Kutsche unter Anleitung selbst lenken durften – ein Erlebnis,
das noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Abgerundet wurde das Seminarprogramm durch eine Ernährungsberatung bei entzündlichen
Erkrankungen sowie eine speziell auf sehbehinderte Menschen abgestimmte Wassergymnastik, die
Bewegung, Gesundheit und Freude miteinander verband.

Natürlich durfte auch die Freizeit nicht zu kurz kommen. Gemeinsam unternahm die Gruppe einen
Ausflug zur Blackforestline, der spektakulären Hängebrücke bei Todtnau, sowie eine entspannte
Schiffsrundfahrt auf dem Schluchsee. Diese gemeinsamen Erlebnisse sorgten für viele schöne
Erinnerungen und stärkten den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe.

Ein solch vielfältiges Programm wäre ohne Unterstützung nicht möglich gewesen. Ein herzlicher Dank
gilt der DUAG, die das Seminar sowohl finanziell als auch personell unterstützt und damit wesentlich
zum Gelingen der Woche beigetragen hat.

Ebenso bedanken sich die alleinstehenden blinden Teilnehmenden ganz herzlich bei der Sparkasse
Aachen, die mit einer Förderung in Höhe von 3.000 Euro die Finanzierung der notwendigen
Begleitpersonen ermöglicht hat. Dadurch konnten auch Menschen teilnehmen, denen eine Reise
ohne Unterstützung sonst nicht möglich gewesen wäre.

Besonders beeindruckend war jedoch nicht nur das abwechslungsreiche Programm, sondern das
Miteinander der gesamten Gruppe. Im Laufe der Woche wuchs der Zusammenhalt von Tag zu Tag.
Lernen fand nicht nur während der Vorträge statt, sondern ebenso in den vielen persönlichen
Gesprächen, beim gemeinsamen Essen, auf den Ausflügen oder einfach beim gemütlichen
Beisammensein. Aus Fremden wurden Freunde, aus einer Gruppe eine Gemeinschaft.Nicht ohne Grund wurde die Gruppe schnell als die „lustige Truppe“ bekannt. Mit viel Humor,
gegenseitiger Unterstützung und einer großen Portion Lebensfreude zeigten die Teilnehmenden
eindrucksvoll, dass eine Sehbehinderung oder Blindheit Lebensqualität keineswegs ausschließt. Im
Gegenteil – gerade der offene Umgang miteinander, das gemeinsame Lachen und die positive
Einstellung machten diese Seminarwoche zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Am Ende waren sich alle einig: Die Woche in Höchenschwand war ein voller Erfolg. Die
Teilnehmenden kehrten nicht nur mit neuem Wissen, sondern auch mit vielen schönen Erinnerungen,
neuen Freundschaften und gestärktem Selbstvertrauen nach Hause zurück. Der Wunsch ist groß, auch
im kommenden Jahr wieder an einer Seminarwoche dieser Art teilnehmen zu können.

Organisiert und unterstützt wurde diese Fortbildungsveranstaltung von Kerstin Stettner,
Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenverein der Städteregion Aachen sowie
Vorstandsmitglied der DUAG. Sie bedankt sich bei allen Förderern, den Begleiter*innen und den
Fachkliniken Sonnenhof Höchenschwand!

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