Die Neue stellt sich vor

      Die Neue stellt sich vor

      Hallo an Alle,

      nun habe ich nach viiiieeeeelen Jahren dieses Forum gefunden und stelle mich mal mit meiner "kurzen" Uveitisgeschichte vor.

      Ich bin 31 Jahre alt und wurde mit juveniler idiopatischer Arthritis und Uveitis diagnostiziert, als ich zwei Jahre alt war. Es folgten 6wöchentliche Rheumatologenbesuche und 3wöchentliche Augenarztbesuche bis ich ungefähr 18 war. Bis dahin war meine Gelenkgeschichte so gut wie "ausgewachsen", ich habe also kaum noch Probleme damit. Mit 18 bekam ich eine künstliche Linse links , da durch die Uveitis ein grauer Star ziemlich weit fortgeschritten war (bei mir ist rechts nur sehr leicht und sehrsehr selten betroffen).

      Das Ergebnis war super und ich habe gesehen wie neu geboren.

      Danach galt auch die Uveitis so gut wie ausgeheilt.

      Als ich 2014 plötzlich das Gefühl hatte, schlechter zu sehen und über diverse Sehstörungen wie bunte Kreise um Lichtquellen klagte, sagt mir eine damalige Augenärztin, ich solle mir ein Hobby suchen (!) und mich nicht in irgendwelche Symptome hineinsteigern, die ich nicht hätte, sie hätte keine Zeit für sowas, denn im Wartezimmer säßen genug Leute, die "wirklich" etwas hätten (!).

      Ergebnis: Ich ließ mich am Tag vor Silvester 2014 nachts von meinem Freund in die Uni Köln fahren, weil ich fast nichts mehr sah. Auch die guckten mich ziemlich komisch an an der Anmeldung - bis sie meinen Druck versuchten zu messen. Mit drei Geräten nicht messbar. Erst die Ärztin selbst konnte dann mit der "alten" Tropfen-und-Gerät-aufs-Auge-legen-Methode einen Druckwert bestimmen. Dieser lag bei 62. Im Hintergrund meines Auges tobte eine Uveitis die dort noch keiner je gesehen hatte. Ich wurde sofort stationär aufgenommen und erhielt Infusionen und Diamoxtabletten gegen den Druck, Kortison intravenös und ab da die ganze Nacht über einen netten Tropfencocktail. Am nächsten Morgen lag mein Druck bei 6 und meine Entzündung war durch die extrem harte Medikation bereits fast weg. Bis nachmittags musste ich noch aushalten, dann durfte ich Silvester zuhause verbringen unter der Maßgabe, am nächsten Morgen um 8 wieder zur Kontrolle anzutanzen. Ich bekam außerdem einen netten Cocktail mit, den ich nur mit Hilfe einer Handy-App in den Griff bekam:

      2x täglich Cosopt wegen dem Druck
      3x täglich Brimonidin wegen dem Druck
      2x täglich Mydrium zur Weitstellung der Pupille
      und stündlich Pred forte Cortisontropfen gegen die Entzündung.

      Das war vielleicht ein Stress! Gott sei dank durfte ich die Medikamente nach und nach reduzieren. Es folgte danach noch eine längliche Arztodyssee, die aus - sorry - komplett unfähigen Hausaugenärzten bestand. irgendwann sagte meine Schwester: "Soll ich vielleicht XY mal fragen, ob du da hin kannst?" XY ist ein Schulfreund von ihr mit eigener Augenklinik. Und, was soll ich sagen: Es ist super dort. Ich habe endlich wieder Vertrauen zu einem Arzt. Und im Moment sieht es so aus:

      Einen leichten Schub habe ich vielleicht mal alle drei bis sechs Monate. Ich tropfe durchgängig zweimal täglich Cosopt (die Schlemmkanäle sind einfach zu zugesetzt von den Entzündungen) und sobald ich etwas bemerke, fange ich selbstständig mit Cortisontropfen an. 8 Mal täglich. Wenn ich eine stabile Verbesserung merke, gehe ich auf 7, dann auf 6 und so weiter. Ich bin zurzeit alle drei Monate zur Kontrolle dort, einmal im Jahr wird OCT und alles mögliche gemacht. Seitdem ist mein Sehnerv (der durch die hohen Druckwerte mehr als angekratzt ist) stabil.

      Ich lebe sehr gut damit, habe tatsächlich wieder 100% Visus.

      So, das wars erstmal. ich freue mich, Euch kennenzulernen!

      VIele Grüße

      Angivonirgendwo