Medikamente am Markt nicht länger verfügbar

      Medikamente am Markt nicht länger verfügbar

      Hallo Zusammen,

      wegen der Synechien bekomme ich schon lange dauerhaft Boroscopol. Im April wurde das jetzt aufgrund unzureichender Wirkungsweisen
      verändert. Der Wirkstoff vom Borosopol Scopolamin hydrobromid ist außerdem bis auf weiteres nicht am Markt verfügbar, heißt es.
      Ich habe also ein neues Medikament verordnet bekommen - Atropin 1% .

      Jetzt ist das Fläschchen Atropin fast zur Neige benutzt und ich steh am Wochenende mit einem neuen Rezept in der Apotheke. Was soll ich sagen?
      Atropin 1% ist im Januar vom Markt genommen worden. Anbieten können sie mir Atropin 0,5%. Mal ganz davon ab, dass ich noch vier Monate
      nach dieser Vom-Markt-nahme noch eines in der Apotheke bekommen habe...

      Auf meine Frage welche Alternative es gibt hieß es - keine. Was soll das bitte? Ich bin fassungslos.

      Ich kann ja nicht mal mehr sagen, dass ich einfach 2 Tropfen nehme, weil das Auge ja soviel gar nicht aufnimmt. Was soll der Käse? Sind wir wirklich
      so wenige, dass es sich nicht lohnt? Es kann doch nur monitäre Gründe geben. Keiner kann mir erzählen, dass von einem lukrativen Präparat der
      Wirkstoff ausgehen würde, wenn die Nachfrage am Markt gegeben wäre.

      Ich meine - es geht nicht um ein Komfortzonenpräparat, sondern um meine auf dem verbleibenden Auge zu rettende Sehkraft. Ich kämpfe seit über
      dreißig Jahren gegen diese mistige Erkrankung an und jetzt scheitert das, weil die die Tropfen einfach einstampfen?

      Ich bin stinksauer auf diese Sesselpupser, die über Augenlicht richten in ihrem bequemen gesunden Bürostühlen, ohne mit Einzelschicksalen konfrontiert
      zu sein, uns ins Gesicht zu sehen und die nackte Angst im Genick zu spüren mit der Sehkraft seine Existensgrundlage zu verlieren.

      Ich bin stinksauer auf dieses System. Monat um Monat motiviert bleiben, immer wieder Antrieb zu finden, sich nicht mit einer Rente einsargen zu lassen,
      sondern weiter machen, Wege suchen, wie ein Mensch in meinem Alter am Leben teilnehmen so gut es eben geht.

      Die Krankheit nimmt mir das? Das kann ich ja noch irgendwie verpacken, aber nicht wenn ein Konzern einfach den Rotstift ansetzt. Es gibt nicht mal mehr
      eine Chance das Zeugs privat zu beziehen. Quellen aus dem Ausland - weil's ja anscheint einfach nicht mehr hergestellt wird. Himmel nochmal es wird der
      letzte Dreck produziert, aber nicht so ein Quäntchen Hilfmittel, so ein Atömchen Perspektive? Das ist nicht fair. Das ist einfach nicht fair.

      kira , heute mal mit explodierter Fassung X(

      Wenn ich halbwegs meine Fassung zurückgefunden habe werde ich mit der Recherche beginnen und morgen dann, nach den Feiertagen,
      bei der Klinik lästig werden und mit dem Prof. sprechen. Für heute musste das erstmal nur raus.
      Du kannst nicht verhindern, dass dir Sorgen über den Kopf fliegen,
      aber dass sie ihr Nest in deinem Haar bauen.
      :saint:
      Hallo kira,
      ich bin auch fassungslos. Das ist krass. Ich hatte ja auch alle diese Tropfen schon und war Zum Beispiel froh, dass es auch immer noch atropin gab, wenn es mal richtig heftig war... Die Augenkliniken müssen ja auch mit irgendwas arbeiten, oder?
      Bin gespannt, was die sagen. Was ist wenn du die 2 Tropfen in Abstand von 30 min nimmst?

      gut, dass es raus ist. Ich wäre genauso stinksauer !!

      theechen, die gespannt auf deine Recherchen ist
      Servus Zusammen,

      richtig Theechen,
      die niedergelassenen Ärzte und Kliniken brauchen das auch und auch die bekommen das nicht mehr. Sie leben mit
      Restbeständen oder weichen auf anderes aus. Ich hatte ein ausgedehntes Gespräch mit meiner Augenärztin und habe
      mir einen Termin beim Apotheker meines Vertrauens gemacht. Anderes - was ist das? Es bleibt Mydriatikum über.
      Mehr steht da nicht zur Diskussion.

      Es ist wohl in der Tat so, dass die Pharmaindustrie soviel Macht hat.
      Inzwischen hat sich das sogar ausgeweitet. Es sind weitere vier Kortisonpräparate , in dem fall Salben, vom Markt
      genommen worden. Ultracortenol z.B. gibt es aber noch. Es ist - betrifft zwar nicht uns Uveitiker - auch ein Antibiotikum
      betroffen, dass alternativlos am Markt war und ausschließlich für Säuglinge eingesetzt wird, so ich das richtig verstanden
      habe.

      Spekulationen, die Gründe betreffend sind nicht zielführend. Trotzdem mach ich mir meine Gedanken. Monitäre
      Gründe können und werden mit ein Grund sein, oder aber ein tiefer sitzender Machtfluß, um zu... Fakt ist - da
      ist was im Busch. Für mich riecht das nach Kräftemessen.

      Mich würde ausserdem interessieren was seitens der Ärzteschaft, Kassenärztliche Vereinigung? Krankenkassen?
      - wer hat da noch alles Nachteile von, ausser uns paar Männekes - unternommen wird. Liegt der DUAG vielleicht
      bereits Information vor? Ich könnte mir vorstellen, dass die Katarakt Operateure auch in Bedrängnis kommen.
      Da wäre ja eine Lobby gegeben mit entsprechenden Fallzahlen. Womit stellen all Docs weit, wo kurzfristige Effekte
      nicht ausreichen?

      Jedenfalls steh ich quasi unmittelbar vor einer umfangreichen OP und die Augentropfen der Wahl sind nicht zur Hand.
      ich finde das alles andere als beruhigend. Ganz ehrlich.

      By the way - die Idee die Tropfen mit Zeitabstand zu nehmen ist nicht schlecht, aber es hat nicht den gewünschten Effekt.
      Es ist ja der -hm- wie nennt man das korrekter Weise ?- Schlüssel-Reiz gewünscht, die gelähmte Pupille quasi herauszufordern
      in Bewegung zu bleiben und sei das nur minimal. Die schwächere Dosierung ist da wohl nicht ausreichend. Schmerzstillend ist
      es mit 0,5% Dosierung nur bedingt. Ob es anders besser wäre kann ich aber nicht beurteilen. Der Schmerzlevel kann vielleicht
      am Gesamtzustand liegen, am Unterdruck und wer weiß was da noch in der trüben Suppe so los ist.

      Ich bin gespannt was bei der ganzen Sache rauskommt und wie sie agieren werden ohne die üblichen Verdächtigen zur Hand zu
      haben. Ich bin auch gespannt was ich im Uveitiszentrum Neues zum Thema in Erfahrung bringen kann und ob sich noch andere
      von euch zu Wort melden.

      Alleine erreich ich wenig, ausgenommen der Tatsache, dass ich für Einzelpersonen unbequem werde und Hotlines von Pharmafirmen
      heiß warte. Aber ich möchte eine Antwort. Punktum. Was hab ich schon zu verlieren ausser der Restsehfähigkeit am verbleibenden
      Auge?

      Es grüßt euch
      Kira
      Du kannst nicht verhindern, dass dir Sorgen über den Kopf fliegen,
      aber dass sie ihr Nest in deinem Haar bauen.
      :saint:
      Hallo Kira73,

      ich hatte auch das Problem das Boroscopol nicht mehr lieferbar war.
      Aber ich habe eine Alternative gefunden: Scopolamin 0,25 % Dispersa von OmniVision.
      Das Medikament kommt aus der Schweiz und ist in Deutschland mit Privatrezept über eine internationale Apotheke in Stuttgart erhältlich.
      Nun kommt der Haken. Leider übernimmt die gesetzliche Krankenkasse das Medikament nicht.
      Ich zahle für 2 Fläschchen a 10 ml incl. Porto ca. 55 Euro.
      Bis dato war ich immer sehr zufrieden damit und ich konnte keine Unterschiede zu Boroscopol feststellen.

      Nur leider hatte ich vor 6 Wochen eine Glaskörperblutung und sehe auf dem linken Auge nichts mehr.
      Ursächlich ist laut Augenarzt wohl die laufende Tropftherapie mit Cortisontropfen und oraler Einnahme von Cortison uns Marcurmar.
      Nun steht wohl in Kürze eine Glaskörperentfernung an.
      Servus Rainer,

      ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen die Glaskörperentfernung ist weniger arg als es klingt.
      Nur Mut und Kopf hoch.

      Dein Tipp mit dem Privatrezept ist hoffentlich für den einen oder anderen hilfreich. Danke dafür.

      Ist doch seltsam, oder? Es zieht sich bei den nicht verfügbaren Medis einmal quer um den Hersteller-Äquator. Zuletzt war das Mittel nicht verfügbar, welches gleichzeitig zum Weitstellen und Betäuben vorm Druck messen genutzt wird. Das musste einzeln gegeben werden, eine ganze Zeit davor gab es das Einzelmedi nicht.

      Kombigan als Kombinationspräparat war genauso betroffen wie Alphagan , welches mit Azopt zu einem mit Kombigan vergleichbaren Mittel wird. Es ist ja auch nicht nur eine Firma / eine Anlage, es ist eine kleine Patienten-und-Ärzte-Verulk-Epedemie. Bei allen Hotlines gleich ist die Aussage "Anlage ist verunreinigt". Die halten einen wirklich für deppert. Als ob plötzlich alle zu blöde zum putzen sind.


      Schöne Grüße
      Kira
      Du kannst nicht verhindern, dass dir Sorgen über den Kopf fliegen,
      aber dass sie ihr Nest in deinem Haar bauen.
      :saint: